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7/2011

Total abgefahren!


Nürburgring

Als man verkündete, wir hätten eine Klassenfahrt zum Formel 1 Grand Prix am Nürburgring gewonnen, wurden kurzerhand alle Termine aus dem Kalender gestrichen. Wie oft hat man schon die Chance bei einem Formel 1 Rennen live dabei zu sein? Und dazu noch völlig kostenlos?! Es könnte sogar (auf längere Zeit) das letzte in Nürburg gewesen sein, wie die Kommentatoren w√§hrend des Rennens erörterten. Die Betreiber des Eifelkurs schrieben tiefrote Zahlen und könnten sich einen Ausbau des Defizits nicht weiter erlauben.

Vettel vor Fernando Alonso

Jedenfalls müssen Fans des Rennsports schon jetzt tief in die Tasche greifen. Ein Stell- und ein Tribünenplatz für das Rennwochenende im Sebastian-Vettel-Camp kostete 169 Euro pro Person. Wer Fußballtrikots für übertrieben teuer hielt, dem bleibt im Angesicht der Preisaufkleber auf den ein Accessoires der Rennfahrer die Luft weg.

Sebastian-Vettel-Fan-Camp

Glücklicherweise mussten wir uns ja nicht um die finanziellen Aspekte kümmern, sondern konnten uns unbekümmert auf die Fahrt freuen. Einer stellte sich sogar am Tag vor Abfahrt mit der Kamera an die innerörtliche Straße, um sich in der Technik des Pannings zu üben.
Die Vorbereitung sollte sich auszahlen. Zu seinem eigenen Entzücken produzierte er eine weitaus geringere Ausschussquote, als sich bei den 50er-Autos ergeben hatte. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte der Bleifuß der Fahrer, wodurch eine kürzere Belichtungszeit Verwacklungen entgegenwirkte.

Porsche Cup Red Bull Racing Can

Wer sein Geld für das Rennen hingeblättert hat, der mag sich über das üppige Programm abseits der Rennstrecke gefreut haben. Direkt im Anschluss an's Qualifying ging es von den blitzschnellen Rennwagen zu den mit den Augen noch schwieriger zu verfolgenden Modellautos. Eifrige Bastler fuhren in Zweikämpfen die Meisterschaft um die aus Red Bull Dosen geformten RC-Autos aus. Nach einem kräftigen Regenguss stimmten die Kilians das Publikum auf einen Kurzauftritt Sebastian Vettels ein. Der Jungweltmeister machte bei seinem Auftritt einen bodenständigen Eindruck. Er schien überwältigt beim Anblick seiner Fans, wusste kaum, was er sagen sollte und lachte über eingeworfene Kommentare aus dem Publikum.

Weltmeister Sebastian Vettel

Auf dem Zeltplatz waren Männer unverkennbar in der Überzahl. Und die hatten sich vorgenommen, den Abend unvergesslich zu gestalten. Ein beheizter Pool wurde mitten in der windigen Eifel ausgepackt, kostenloses Bullriding sowie Freibier angeboten. Dem bunten Programm kam natürlich die Startzeit des Rennens am Folgetag entgegen, das man human auf 14 Uhr gelegt hatte.

Schumi geht steil!

Zum Rennen lässt sich eigentlich nicht viel sagen. Alle, die sich im Voraus nicht mit Ohropax bewaffnet haben, müssen verrückt oder (spätestens jetzt) krank sein. Die Rennwagen erzeugten ohrenbetäubenden Lärm und wahrscheinlich auch jede Menge Abgase. Sogar die Lautsprechen waren so eingestellt, dass man die Kommentatoren noch durch alle Modelle aus Wachs und Schaumstoff klar vernehmen konnte. Das war auch nötig, um dem Verlauf des Rennens zu folgen. Anfangs schossen die Fahrzeuge noch im Pulk vorbei, Runde für Runde entzerrte sich das Feld. Nahezu ununterbrochen sauste ein Wagen nach dem nächsten vorbei und ein Führender war nicht mehr auszumachen. Den Reportern zufolge schloss Lewis Hamilton als Erster die sechziste Runde vor Fernando Alonso und Mark Webber ab. Sebastian Vettel musste sich bei seinem Heim-Grand Prix mit Position vier zufrieden geben.

Sebastian Vettel winkt seinen Fans beim Heim Grand Prix in der Eifel.

Trotz der unglücklichen Platzierung der favorisierten Hauptperson am Ende war die Klassenfahrt zum Nürburgring ein einzigartiges Erlebnis, dessen Fotos durchweg positive Erinnerungen wecken.

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